Viele Menschen halten Kakteen für nahezu „ewige“ Pflanzen, die ohne besondere Pflege wachsen und jahrzehntelang nur selten gegossen werden müssen. In Wirklichkeit erleben jedoch selbst erfahrene Pflanzenliebhaber nicht selten, dass ihr stacheliger Liebling plötzlich zu vergilben beginnt. Schauen wir uns an, warum das passiert und was man tun kann, um die Pflanze nicht zu verlieren.
Warum ein Kaktus gelb wird: 7 Hauptursachen
Mangel an Sonnenlicht.
Die häufigste Ursache. Steht der Kaktus tief im Raum oder an einem Nordfenster, beginnt er zu verblassen und sich gelblich zu verfärben, während sich sein Stamm unnatürlich dem Licht entgegenstreckt.
Übermäßiges Gießen.
Der größte Feind des Kaktuswurzelsystems. In ständig feuchtem Substrat beginnen die Wurzeln zu ersticken und zu faulen. Die Fäulnis breitet sich auf den Stamm aus und verursacht eine weiche, wässrige Vergilbung, die meist von unten beginnt.
Sonnenbrand.
Nicht nur Lichtmangel, sondern auch ein Übermaß an Sonne kann Kakteen schaden – besonders wenn sie nach dem Winter abrupt der prallen Sonne ausgesetzt werden. Sonnenbrand zeigt sich in Form trockener, hellgelber oder weißlicher Flecken auf der der Sonne zugewandten Seite.
Nährstoffmangel.
Kakteen benötigen bestimmte Spurenelemente wie Kalium, Stickstoff, Phosphor und Magnesium. Ist das Substrat ausgelaugt und erfolgt keine Düngung, kann die Pflanze gleichmäßig verblassen oder vergilben und ihr Wachstum verlangsamen.
Krankheiten und Schädlinge.
Vergilbung und Erweichung des Stammes können durch Pilzkrankheiten (z. B. Fusariose) verursacht werden. Auch kleine gelbe Punkte, die zu Flecken zusammenfließen, können ein Zeichen für Schädlingsbefall sein – etwa durch Spinnmilben oder Schildläuse.
Falsches Substrat oder ungeeigneter Topf.
Zu dichtes, luftundurchlässiges Substrat (z. B. gewöhnliche Gartenerde) oder ein Topf ohne Drainagelöcher halten Feuchtigkeit zurück und führen unweigerlich zu Wurzelproblemen, wie sie unter Punkt 2 beschrieben sind.
Natürlicher Alterungsprozess.
Nicht jede Vergilbung ist problematisch. Bei vielen erwachsenen Kakteen verholzt der untere Teil des Stammes mit der Zeit und nimmt eine gelbliche oder bräunliche Färbung an. Ist dieser Bereich fest und sieht der obere Teil der Pflanze gesund aus, besteht kein Grund zur Sorge. Dieser natürliche Prozess wird als Verkorkung bezeichnet.
Was tun, wenn der Kaktus gelb wird: Schritt-für-Schritt-Rettungsplan
Beleuchtung anpassen.
Stellen Sie sicher, dass der Kaktus ausreichend helles, idealerweise jedoch diffuses Licht erhält. Stand er zuvor im Schatten, gewöhnen Sie ihn schrittweise an intensiveres Sonnenlicht, um Verbrennungen zu vermeiden. Im Winter kann eine Zusatzbeleuchtung mit einer Pflanzenlampe erforderlich sein.
Gießen normalisieren.
Die goldene Regel: Gießen Sie den Kaktus erst dann, wenn das Substrat nicht nur an der Oberfläche, sondern in der gesamten Tiefe vollständig trocken ist. Zur Kontrolle stecken Sie ein Holzstäbchen in die Erde – bleibt es trocken, kann gegossen werden. Im Winter, während der Ruhephase, wird das Gießen auf ein Minimum reduziert (alle 3–4 Wochen oder noch seltener).
Die Pflanze düngen.
Während der Wachstumsphase (Frühjahr–Sommer) verwenden Sie spezielle Dünger für Kakteen und Sukkulenten mit niedrigem Stickstoffgehalt. Düngen Sie alle 3–4 Wochen. Düngen Sie niemals eine kranke, frisch umgetopfte oder „schlafende“ (winterruhende) Pflanze.
Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen.
Untersuchen Sie die Pflanze sorgfältig. Bei Schädlingsbefall isolieren Sie den Kaktus und behandeln ihn mit einem geeigneten Insektizid. Bei Verdacht auf eine Pilzkrankheit kommen Fungizide zum Einsatz.
Notfall-Umtopfen bei Fäulnis.
Wenn Sie Wurzelfäule vermuten, handeln Sie sofort:
Nehmen Sie den Kaktus vorsichtig aus dem Topf.
Entfernen Sie das alte Substrat von den Wurzeln und untersuchen Sie sie. Alles Weiche, Dunkle und Übelriechende ist Fäulnis.
Schneiden Sie mit einem scharfen, sterilisierten Messer alle betroffenen Wurzel- und Stammteile bis ins gesunde, feste Gewebe zurück.
Bestäuben Sie die Schnittstellen mit zerstoßener Holzkohle oder einem Fungizid und lassen Sie den Kaktus mehrere Tage im Schatten trocknen, damit die Wunden verheilen.
Pflanzen Sie ihn anschließend in frisches, trockenes und gut drainiertes Kakteensubstrat. Die erste Bewässerung erfolgt frühestens nach 7–10 Tagen.
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